Azure SQL Server Stretch Database war ein Feature, das in SQL Server 2016 eingeführt wurde und es Organisationen ermöglichte, ihre lokalen Datenbanken dynamisch auf Azure zu erweitern, um nahtlosen Zugriff auf sowohl heiße als auch kalte Daten zu ermöglichen, ohne signifikante Änderungen an bestehenden Anwendungen vorzunehmen. Diese Fähigkeit bot praktisch unbegrenzten Speicher- und Rechenkapazität, was eine effiziente Verwaltung großer Datensätze erleichterte.
Hauptmerkmale und Funktionalität:
- Dynamisches Daten-Stretching: Automatisches Migrieren von kalten oder selten abgerufenen Daten von lokalen SQL Server-Datenbanken zu Azure, während heiße Daten lokal für optimale Leistung gehalten werden.
- Transparente Abfrageverarbeitung: Ausführen von Abfragen über sowohl lokal als auch in Azure gespeicherte Daten, ohne bestehende Anwendungen zu ändern, da der Prozess für Benutzer transparent ist.
- Integrierte Sicherheit: Nutzung der Always Encrypted-Technologie, um sicherzustellen, dass sensible Daten verschlüsselt werden, bevor sie zu Azure übertragen werden, wobei die Verschlüsselungsschlüssel lokal verbleiben.
- Skalierbarkeit: Nutzung der skalierbaren Speicher- und Rechenressourcen von Azure, um wachsende Datenmengen zu verwalten, ohne signifikante Investitionen in die Infrastruktur tätigen zu müssen.
Primärer Wert und Benutzerlösungen:
Azure SQL Server Stretch Database adressierte die Herausforderungen bei der Verwaltung großer und wachsender Datensätze, indem es eine kosteneffiziente Lösung für die Archivierung kalter Daten ohne Beeinträchtigung der Zugänglichkeit bot. Es ermöglichte Organisationen, die Einhaltung von Datenaufbewahrungsrichtlinien und regulatorischen Anforderungen zu gewährleisten, indem Daten online und leicht verfügbar gehalten wurden. Durch das Auslagern kalter Daten zu Azure konnten Unternehmen lokale Speicher- und Rechenressourcen optimieren, was zu verbesserter Leistung und reduzierten Wartungskosten führte.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Microsoft die Einstellung des SQL Server Stretch Database-Features in SQL Server 2022 angekündigt hat, wobei der unterstützende Azure-Dienst ab dem 9. Juli 2024 eingestellt wird. Organisationen wird geraten, alternative Lösungen zur Verwaltung kalter Daten zu erkunden, wie z.B. die Nutzung des CREATE EXTERNAL TABLE AS SELECT (CETaS)-Features in SQL Server 2022, das die Archivierung von Daten in Azure Storage im Parquet-Format für kosteneffizienten Speicher und Analysen ermöglicht.